Beleidigungen und Übergriffe

Mitarbeiter in deutschen Jobcentern sind unbeliebt und leben gefährlich

Kein normaler Arbeitsplatz
Kein normaler Arbeitsplatz
Dass die Mitarbeiter in Jobcentern Angriffen ausgesetzt sind, ist bekannt. Die Frage lautet jedoch, wie schlimm es wirklich ist. Es beginnt mit verbalen Entgleisungen und führt von da zu Morddrohungen und zu körperlicher Gewalt.

Die Gewalt endet mitunter auch tödlich. 2012 wurde eine Mitarbeiterin des Jobcenters Neuss erstochen, 2014 widerfuhr einem Mitarbeiter in Rothenburg das gleiche Schicksal.

Es ist davon auszugehen, dass nur ein Bruchteil der Ausraster öffentlich bekannt wird. Eigene Erfahrungen und die Berichte von Kollegen tragen dazu bei, dass unter den Jobcenter-Mitarbeitern die Angst vor den Kunden grassiert. Nicht nur in Jobcentern, sondern auch in anderen öffentlichen Einrichtungen sind die Mitarbeiter erheblicher Gefahr ausgesetzt.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung gibt an, dass jeder dreißigste Arbeitsunfall im Jahr 2015 explizit mit Gewalt verbunden war. Es wird befürchtet, dass die Dunkelziffer weit höher anzusetzen ist.

Umfrageergebnisse der DBB-Jugend NRW liefern die Bestätigung. Im Rahmen einer 2016 durchgeführten Befragung von 836 im Öffentlichen Dienst beschäftigten Personen konnte sie erfahren, dass nur knapp ein Viertel noch niemals attackiert wurde.

Notfallknöpfe und Deeskalationskurse sollen Abhilfe schaffen. Weitere Maßnahmen sind geplant und werden nicht nur von der DBB-Jugend eingefordert.
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