Zu früh für eine Auslieferung

Trotz Begnadigung von Chelsea Manning bleibt Assange in der ecuadorianischen Botschaft

Wikileaks-Gründer Julian Assange kneift
Wikileaks-Gründer Julian Assange kneift
Wikileaks-Gründer Julian Assange hatte angekündigt, sich in die USA ausliefern zu lassen, wenn die Whitleblowerin Chelsea Manning freikomme. Als eine seiner letzten Handlungen als Präsident der Vereinigten Staaten hat Obama nun Chelsea Manning begnadigt.

Sie soll nun im Mai nach sieben Jahren Haft entlassen werden. Ursprünglich war sie wegen Geheimnisverrat zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Per Samuelsen, der schwedische Anwalt von Assange, sagte, dass Assange in der Begnadigung einen großen Teilerfolg sehe.

Die Begnadigung sei als Rehabilitierung von Manning, Wikileaks und ihm Selbst zu sehen. Er werde aber sein politisches Asyl aufrecht erhalten, solange die Bedrohung aus den USA gegen ihn weiter bestehen.

Allerdings erklärte das Weiße Haus, dass die Begnadigung Mannings nichts mit Assanges Ankündigung zu tun habe. Offiziell wurde vom amerikanischen Justizministerium keine Anklage erhoben. Aber in den USA besteht die Möglichkeit, Anklage zu erheben, die dann versiegelt wird.

Es ist nicht bekannt, ob dies im Fall Assange so gehandhabt wurde. Von der Organisation Reporter ohne Grenzen wurde die Entscheidung Obamas gelobt. Hochrangige Politiker der Republikaner kritisierten sie allerdings sehr scharf.
Verwandte Themen
Wikileaks | Rehabilitierung | politisches Asyl | Julian Assange | Chelsea Manning
Diskussionen
Ähnliche News
Anzeige