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Das Unternehmen Otto im Kurzportrait

Den älteren Deutschen ist der Begriff „Ottoversand“ noch geläufig, bekamen doch viele von ihnen zweimal im Jahr den dicken Wälzer zugeschickt, in dem es stets preiswerte Mode und immer die neueste Technik gab. Die Rede ist vom Versandhändler Otto GmbH & Co KG aus Hamburg, dem mittlerweile zweitgrößten deutschen Online-Händler nach Amazon.

Der Beginn

Der gelernte Einzelhandelskaufmann Werner Otto, 1909 in Brandenburg geboren, ist ein Mehrfachtäter im positiven Sinn. Von 1939 bis zur Einberufung im Zweiten Weltkrieg hatte er ein Schuhgeschäft im damaligen westpreußischen Kulm. Nach Kriegsende flüchtete die Familie nach Hamburg, wo er eine Schuhfabrik gründete, mit der er allerdings Schiffbruch erlitt. 1949 eröffnete er drei Monate nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland einen Schuh-Versandhandel. Schon sechs Jahre später hatte die Firma 800 Mitarbeiter, heute sind es rund 4.500 Menschen, die an verschiedenen Standorten für das Unternehmen arbeiten und einen Umsatz von knapp 3 Milliarden Euro erwirtschaften.

Der Otto-Katalog

Das A & O des Ottoversands war der Katalog, der 1950 erstmalig auf den Markt kam. Umfasste er damals lediglich 28 Paar Schuhe auf 14 Seiten, sind es im kommenden Frühjahrs-Katalog 656 Seiten gefüllt mit Accessoires, Mode, Sportartikel, Technik, Textilien und natürlich mit Schuhen. Noch vor 20 Jahren waren es mehr als 1.000 Seiten, die in einer Auflage von 10 Millionen Exemplaren in viele deutsche Haushalte verschickt wurden. Der Niedergang des Katalogs begann 1995, als man den Otto-Online-Shop eröffnete. Und so wird der nächste Katalog Frühjahr/Sommer 2019 gleichzeitig auch der letzte sein. Mittlerweile bestellen nämlich rund 95 Prozent aller Otto-Kunden via Internet. Der Rest bestellt klassisch über die dem Katalog beilegten Bestellkarten, oder schon etwas fortschrittlicher per Fax oder Telefon. Man mag es kaum glauben, aber es gibt sogar noch Kunden, die per Briefpost bestellen. Die Spezialkataloge, die nur bestimmte Themenwelten wie etwa Technik oder Möbel umfassen, wird es nach Einstellung des Hauptkataloges auch weiterhin geben. Das Online-Sortiment der Otto-Gruppe umfasst mittlerweile knapp 3 Millionen Produkte, die lassen sich nur sehr schwer in einem Katalog wiedergeben.

Otto Group

Die Otto-Gruppe umfasst nicht nur den Versandhandel, sondern mittlerweile weit mehr als 40 Unternehmen, wie etwa Fashion-Anbieter bonprix, den Finanzdienstleister EOS, den Versanddienstleister Hermes, die Hanseatic Bank, den Einzelhändler Manufactum, sowie Quelle, Schwab und SportScheck.

Der Gründer ist 2011 im Alter von 102 Jahren verstorben. Er hinterließ fünf Kinder, wovon zwei  Söhne im Aufsichtsrat bei Otto sind, ebenso wie ein Enkel des Gründers. Das Familienunternehmen ist gewappnet für die Zukunft.

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