Finanzen

FTD-Serie: Die Top-Ökonomen

Joseph E. Stiglitz

Joseph Eugene Stiglitz – geboren am 9. Februar 1943 in Gary, Indiana – ist ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor in Manhattan. Außerdem war er von 1997 bis 2000 Chefökonom der Weltbank. Stiglitz erhielt 2001 zusammen mit George A. Akerlof und Michael Spence den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Arbeiten über das Verhältnis von Information und Märkten.

„Die Ökonomie ist die einzige Wissenschaft, in der sich zwei Menschen einen Nobelpreis teilen können, weil ihre Theorien sich gegenseitig widerlegen.“ – Joseph E. Stiglitz, Berliner Zeitung vom 06. März 2004

Joseph Stiglitz studierte erst Mathematik, dann Wirtschaftswissenschaften. In den sechziger Jahren promovierte er am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Zwischen 1970 und heute hatte er mehrere Professuren an verschiedenen Universitäten inne. So war er an der Yale University von 1970 bis 1974 Professor für Wirtschaftswissenschaft, daran anschließend an der Stanford University (1974–1976, 1988–2001), der University of Oxford (1976–1979) und der Princeton University (1979–1988).

Darüber hinaus fand er noch Zeit für weitere Verpflichtungen: so ist er unter anderem Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und der British Academy. Anfang der Neunziger Jahre wurde er zu einem Mitglied im Rat der Wirtschaftsberater des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Von 1997 bis 2000 war er Chefökonom der Weltbank.

Stiglitz ist ein Denker und Lenker und so ist es nur natürlich für ihn, dass er 2009 Mitbegründer des Institute for New Economic Thinking wurde, welches sich vorgenommen hat, neue Denkansätze für die Volkswirtschaftslehre zu entwickeln.

Stiglitz ist ein gerader Mensch, der ohne Wenn und Aber zu dem steht, was er macht. So ist es nur allzu verständlich, dass er als Mitglied des Komitees zur Aufarbeitung der Panama Papers und zur Reform des Finanzsektors von Panama seine Mitgliedschaft beendete, als bekannt wurde, dass der Abschlussbericht wegen unerwünschter Ergebnisse von der panamesischen Regierung nicht veröffentlicht werden sollte.

Joseph Stiglitz ist auch als Buchautor kein Unbekannter. Sein Werk „Globalization and its discontents“, zu deutsch „Die Schatten der Globalisierung“ (erschienen 2002) wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. In dem Buch stellt er seine Sichtweise der falschen Politik der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds vor. Seine Kritik am IWF ist massiv, anhand vieler fundierter Beispiele weist er nach, dass deren Maßnahmen meist – wenn nicht immer – kontraproduktiv gewesen seien und sich Wohlstand und Entwicklung der Gesellschaft in den Weg gestellt hätten. Ein Globalisierungsgegner mit ökonomischen Wissen? Nicht ganz, Stiglitz ist nicht per se gegen die Globalisierung, sondern zeigt lediglich auf, wie man es nicht machen sollte. Ansonsten ist er für die Globalisierung, in der guten Hoffnung, dass sie Wohlstand für alle schaffen kann.

Hier noch ein Auszug weiterer bekannter Bücher aus seiner Feder:

  • Whither Socialism? „Wohin Sozialismus?“ (erschienen 1994), in dem es unter anderem um den Fehlschlag des Sozialismus in Osteuropa geht,
  • „Die Roaring Nineties“ (erschienen 2004), ein Buch, in dem es um die kritische Auseinandersetzung mit der US-Wirtschaft geht.
  • Die Chancen der Globalisierung (erschienen 2006). Hier geht es um die ökonomischen Aspekte der Globalisierung

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